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4. Juni: Querverschub Autobahnbrücke, Bern


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Verschubvorgang

Beginn Freitag abend, 04.06.2010 um ca. 19.00 Uhr Ende  Samstag abend 05.06.2010 ca. 18.30 Uhr.

Danach werden prov. Fahrbahnübergänge montiert und Belag eingebaut. Die arbeiten sollten um Sonntag morgen ca. 02.00 Uhr abgeschlossen sein, so dass ab 06.00 Uhr der Autobahnverkehr wieder vierspurig fliessen kann.

Die rund 4'500 to schwere Brücke wird seitlich um ca. 14.5 m verschoben. Der Verschub erfolgt auf sechs Gleitbahnen, bei vier Bahnen werden Zugstangen mit Hydraulikzylindern gezogen, bei den äussersten Bahnen läuft die Konstruktion frei mit.

Auch Sie sind dazu herzlich eingeladen!
Beachten Sie die Detailhinweise auf  www.stadttangentebern.ch


Technische Angaben zum Querverschub der Brücke S1/S2, Bern

Bericht unseres beauftragten Verschubunternehmens:

Brückenlager

Die Brückenlager sind als Topflager ausgebildet. Weil die Verschubbahnen und Pfeiler ein Quergefälle von 2 % aufweisen, sind die Töpfe der Brückenlager keilförmig gefertigt. Dadurch wird erreicht, dass die unteren Ankerplatten der Brückenlager bündig mit den Pfeileroberflächen versetzt werden können, die Gleitebenen auf den Brückenlagern aber horizontal sind, so dass keine Hangabtriebskräfte entstehen.
Eines der insgesamt 26 Brückenlager ist als Festlager ausgebildet und dient während dem Verschubvorgang als Führungselement in Brückenlängsrichtung (geführter Gleitschuh). Drei andere Brückenlager haben die Funktion von längsbeweglichen Lagern, wovon eines dieser Lager in der Endlage zu einem Festlager umgebaut wird.
Im Bauzustand und in der teileingeschobenen Lage der Brücke sind die Brückenlager nur über die oberen Ankerplatten mit dem Überbau fest verbunden. Die unteren Ankerplatten gelangen erst in der Endlage zum Einsatz, weshalb die Brücke zwischenzeitlich auf lose aufgelegten Zwischenplatten steht. Dies ermöglicht das Anheben der Brücke vor den Verschubvorgängen. Erst in der Endlage der Brücke werden sämtliche Brückenlager mit den vorgängig in die Pfeiler eingelegten unteren Ankerplatten fest verbunden.
Während dem Verschub "hängen" also die Brückenlager an der Brücke.

Gleitschuhe

Neben jedem Brückenlager werden vor dem Verschub der Brücke zwei hydraulisch verstellbare Gleitschuhe eingebaut. Ein solcher Gleitschuh besteht aus der eigentlichen Gleitplatte mit rostfreiem Gleitblech auf der Unterseite und wird über Taktschiebeplatten (mit Teflon beschichtetes Gummikissen, max. Flächen­pressung: 22.5 N/mm²) geschoben, welche immer wieder vorgelegt werden.

 

Um die während dem Verschub sich leicht ändernden Vertikalkräfte (Setzungen, Unebenheiten) ausgleichen zu können, ist auf jedem Gleitschuh eine hydraulische Flachpresse (Pfeiler: 3'100 kN,
WL: 1'500 kN) mit Kalotte und Stellring eingebaut. Mittels Hydraulikpumpen kann ein Lastausgleich erreicht werden.

Zug- / Bremssystem

Bei der Gleitpaarung "Taktschiebplatten (PTFE) / Edelstahlbleche" beträgt die max. Haftreibung 5 %; bei einem Quergefälle von 2 % also "netto" 3 %. Die auftretende Gleitreibung beträgt mindestens 0.2 %. Bei einem Quergefälle von 2 % muss die Brücke also mit max. 1.8 % der Vertikallast "zurückgehalten" (gebremst) werden.
Das Gesamtgewicht der Brücke beim Verschubvorgang beträgt 48'000 kN. Um die Haftreibungskraft von ca. 1'440 kN überwinden zu können, ist in jeder Pfeileraxe eine hydraulische Zugeinheit mit einem Hub von 600 mm und einer Kapazität von je  700 kN installiert (total 2'800 kN).
Damit die Brücke während dem Gleiten gebremst werden kann (Bremskraft < 900 kN), ist wiederum in jeder Pfeileraxe eine hydraulische Bremseinheit (Hub: 600 mm, Kapazität: 700 kN, total also 2'800 kN) eingebaut.
Sowohl die Bremskräfte als auch der Verschubweg der Brücke werden elektronisch überwacht und mittels Computersteuerung kontrolliert.
Je nach Anzahl der erforderlichen Lastausgleiche rechnen wir mit einer durchschnitt­lichen Verschubgeschwindigkeit 1 - 2 m / h.

 24.05.2010
HEBAG AG, Michael Hartmann